Öffnungszeiten:


Fr bis So 13.30 bis 17.30 Uhr

Eintritt:


3,- EUR / ermäßigt 2,- EUR
einschl. Heimatmuseum mit
Kunst und Kultur der Region
Schüler haben freien Eintritt

Museum im Kornhaus


Städtisches Museum Bad Waldsee

Aktuelles Kunstwerk

 
Paul Heinrich Ebell-Förderpreis
 
zum Gedenken an den Künstler und Kunsterzieher Paul Heinrich Ebell (1908 – 1998) lobte der Museums- und Heimatverein 2021 erstmalig einen Paul Heinrich Ebell-Förderpreis für junge Künstler aus. Das Museum betreut einen Großteil seines Nachlasses.

Der Träger des Förderpreises wurde durch eine 5-köpfige Fach-Jury bestimmt. Für den Publikumspreis wählten alle Besucher ihr Lieblingsbild aus. Bei der Beurteilung der eingereichten Werke entstand beim Hauptpreis ein Patt. Also entschied die Jury den Preis von 3000 € zu teilen. Der Preis wurde dann an die Kunsterzieherin und freischaffende Künstlerin Anna-Lena Huber aus Weingarten und an die Modedesignerin und Künstlerin Anja Demuth aus Ulm vergeben.Der Publikumspreis mit 500 € erhielt die Tschetschenin Milana Alaro aus Singen.

Im Folgenden die ausgezeichneten Werke:
 
 
                 
                  Anna-Lena Huber  "Quadro 2019"  Acryl auf Siebdruckpappe
Bei Huber spielt sich die räumliche Wirkung ihrer auf drei Farben aufgebauten Bildarchitektur auf einer Metaebene ab, auf die das Auge erst nach einer Weile anspringt. Ihre überlegt komponierten Bildräume üben einen hohen intellektuellen Reiz aus. Die Kompositionen sind zwar abstrakt und doch erinnern sie mal vage, mal eindeutiger an Architektur, an Stadtansichten und Landschaften.
 
 
                   
               Anja Demuth  "Spirits  2021"  Acrylmalerei mit 3D Druck Stift (Recyceltes Filament/Bioplastik)
Demuth spricht mit ihren Mischtechniken ebenso das visuelle wie das taktile Bewustsein sehr direkt an. In ihren Bildern auf Leinwand ergeben die aufgespritzten Kunststofffäden ein handarbeitsmäßiges aussehen mit einer Nähe zu Ornament und Dekoration. Wenn man sich genügend Zeit zum Betrachten nimmt, lässt sich Gegenständliches erkennen.
 
 
                         
                      Milana Alaro  "Subway stories, Selbstportrait  2020"  Öl auf Leinwand
Das vom Publikum gewählte Werk von Alaro ist ein expressives Selbstportait mit starken Konturen und Farbkontrasten, das an die klassische Moderne erinnert.

 

 
Gnadenbild der "Maria von der immerwährenden Hilfe" - "Auxilium"

Die Katholische Kirchengemeinde St. Peter erhielt aus dem Nachlass von Frau Mariotte Glocker ein schönes, barockes Gemälde eines unbekannten Künstlers. Gemalt wurde das Bild 1686 und ist vom Motiv her ein Gnadenbild der "Maria von der immerwährenden Hilfe" - "Auxilium".

files/kornhaus/grafik/Maria Hilf Bilder/Maria Hilf Friedhofkapelle 3.JPG

Frau Mariotte Glocker war eine bekannte Waldseerin und eine sehr sozial engagierte Frau. Sie wohnte in der nähe des Friedhofs und versah über viele Jahre den Dienst als Mesmerin in der Friedhofskapelle. Das Bild wurde, ihrem Wunsch entsprechend, in diesem Gotteshaus aufgehängt und kann dort auch besichtigt werden.

Das Werk ist eine Kopie des berümten Gnadenbildes von Lucas Cranach dem Älteren (nach 1537) aus dem Dom St. Jakob in Innsbruck und gilt als Marien- und Wallfahrtsheiligtum. Cranach malte das Bild ursprünglich für den Kursächsischen Hof in Dresden. Über Passau gelangte es 1650 nach Innsbruck.

              Links unten das Altarbild von St. Jakob in Innsbruck. Rechts unten das Detailbild

                               

Die fastzinierende Wirkung des Bildes wird erzielt durch die Blickrichtung der Gottesmutter. Die Madonna schaut den Betrachter direkt an und dieser emfindet einen persönlichen Blickkontakt. Damit vermittelt das Bildnis, dass Maria sich um die Sorgen und Nöte jedes einzelnen Menschen annimmt und ihm hilft, wenn dieser zu ihr kommt und sie darum bittet.  Außer den Farben rot und blau für die Kleidung wird auf sonstige Attribute für Maria verzichtet. Ein filigraner Schleier fällt vom Haupt der Madonna auch über das Kind, das sich mit seinem Gesicht eng an die Wange der Mutter schmiegt. Ausdruck einer tiefen Verbundenheit. Cranach hat für das Antlitz der Madonna ein sehr junges Mädchengesicht von vielleicht 15 Jahren gewählt. Er unterstreicht damit die Unschuld und Reinheit Mariens und zugleich eine freundliche Offenheit. Das Kind in ihrem Arm vermittelt durch seine lebhafte Gestik den Gegenpol zu der Ruhe ausstrahlenden Mutter.

Im laufe der Geschichte wurde dieses Bild zum Innbegriff der Marienverehrung im Sinne der "Maria, Hilfe für die Christen". Das Gnadenbild wurde in vielen Varianten kopiert und fand vor allem in Süddeutschland und im Alpenraum Verbreitung. Allein in Bad Waldsee ist es jetzt fünf mal vertreten. Eine sehr gute Kopie findet sich in der Maria-Hilf-Kapelle der Stiftskirche St. Peter. Viele Waldseer kommen zu diesem Marienheiligtum um für sich Hilfe zu erbitten. Daneben ist dieses Bild in der Frauenbergkapelle, im Haus Entenmoos (ehem. Bäckerei Ott) und an einem Haus in der Schulgasse zu sehen. Früher war es noch in der Hauptstraße, am ehemaligen Gasthaus Adler angebracht.

     St. Peter                                          Haus Entenmoos                           Haus Schulgasse

                

    Frauenbergkapelle

Waldsee hatte historisch gesehen schon immer eine besondere Beziehung zur Jungfrau Maria. Seit der Stadtwerdung 1298 und sicher auch schon zuvor hatte Waldsee keine eigene Kirchengemeinde. Die Seelsorge für die Waldseer wurde von der Augustinern des angrenzenden Chorherrenstifts St. Peter ausgeübt. Das missfiel den Waldseern sehr und sie versuchten immer wieder zu einer eigenen Pfarrei zu kommen. Daher bauten sie eine Kirche auf dem heutigen Frauenberg und weihten diese Maria, als die "Kirche unseren lieben Frau auf dem Berge". Leider stimmte der Bischoff von Konstanz einer eigenen Pfarrei nicht zu und die Kirche wurde eine Filialkirche des Stifts. Trotzdem wurde das Gotteshaus auf dem Frauenberg bis zum heutigen Tag die Lieblingskirche der Waldseer. Um ihre Eigenständigkeit gegenüber dem Stift zu zeigen, stellten sich die Waldseer demonstrativ unter das Patronat Mariens und nahmen der sechszackigen Marienstern in ihr Stadtwappen auf. Erst als das Stift 1788 aufgehoben wurde, bekam Waldsee eine eigene Pfarrei mit der Stiftskirche St. Peter als Gemeindekirche.

Das Gnadenbild der "Maria von der immerwährenden Hilfe" ist auch in Oberschwaben weit verbreitet. Beispiele unten.

     Basilika in Weingarten                Wallfahrtskapelle Itzlings         Museum "Schöne Stiege"                                                                                                                         Riedlingen

                    

    Bildstock bei Winterstettenstadt

   

 

Das Ur-Orginal des Gnadenbildes ist weltbekannt und ist eine Ikone aus dem 14. Jahrhundert, vermutlich von der Insel Kreta (Kretische Schule). Die Ikone misst 41,5 × 53 cm und ist auf Nussbaumholz gemalt. Beidseitig des Marienhauptes schweben die Engel Michael und Gabriel, die in verhüllten Händen die Leidenswerkzeuge Christi tragen.

files/kornhaus/grafik/Maria Hilf Bilder/Das Gnadenbild „Unserer Lieben Frau von der immerwaehrenden Hilfe“ Ikone 14. Jahrhundert Gemeinfrei.jpg Das Bild hat eine bewegte Geschichte. Der Legende nach hat es ein venetianischer Kaufmann aus einer Kirche auf Kreta entwendet und es nach Rom gebracht. Am Totenbett beichtete er seinem Freund, seinen Diebstahl und bat ihn, das Bild in eine Kirche zu bringen. Doch dessen Frau fand Gefallen an dem Bild und wollte es nicht hergeben. Die Legende berichtet weiter, dass die Mutter Gottes der 6-jährigen Tochter erschien, und ihr auftrug, dass ihre Mutter das Bild in die Kirche des Hl. Apostels Matthäus bringen solle. Nach vielen Zweifeln und Schwierigkeiten gehorchte die Mutter, und das Bild wurde am 27. März 1499 in der Kirche des hl. Matthäus über 300 Jahre lang als wundertätiges Gnadenbild der "Maria von der immerwährenden Hilfe" ausgestellt. Während der napolionischen Kriege wurde die Kirche zerstört, das Bild aber gerettet. Es befindet sich heute in der neu errichteten Kirche des Allerheiligsten Erlösers, die an der Stelle der alten Matthäuskirche steht.